Mit diesem Werkzeug planst du deine persönliche Entwicklung

Bildquelle: Henrike Schwarz

Ich verwende seit einigen Monaten ein in meinen Augen sehr nützliches Werkzeug, um meine eigene persönliche Entwicklung zu planen. Es hält mich seit dieser Zeit auf Kurs, um die Dinge regelmäßig zu tun, die ich sonst manchmal im Alltag hinten angestellt habe, weil es kurzfristig immer „etwas wichtigeres zu tun gab”. Leider halten uns nämlich oft kurzfristige Kleinigkeiten davon ab, etwas für unser langfristiges Glück zu tun.

Neben diesem sehr wichtigen Aspekt unterstützt mich dieses Werkzeug dabei, neue Gewohnheiten in meinen Alltag zu integrieren und motiviert mich sehr, meine Ziele zu erreichen.

Das Werkzeug, von dem ich hier schreibe, habe ich aus dem Buch „Integrale Lebenspraxis” von Ken Wilber mit seinen Autoren Terry Patten, Adam Leonard und Marco Morelli, welche alle Experten der sogenannten „Integralen Theorie” sind, einem ganzheitlichen Ansatz, sein Leben in Fülle zu leben.

Es besteht aus:

  1. Einem Planer in Form eines einzigen DIN A4 Blattes
  2. Einem Wochenprotokoll, welches ebenfalls jede Woche ein DIN A4 Blatt ist

Mehr nicht.

Der Planer

Fangen wir mit dem Planer an, der die Grundlage für die wöchentlich geführten Protokolle darstellt. Und so sieht mein Planer auf einer DIN A4 Seite aktuell aus:

Der ILP-Planer

Wie du sehen kannst, unterteilt die „Integrale Lebenspraxis” diesen Planer in die Module Körper, Schatten, Verstand, Geist und ergänzende Module.

Laut der integralen Theorie handelt es sich bei den vier erstgenannten Modulen um die „primären Dimensionen des individuellen Seins”. Das Ziel ist es, sich für diesen Plan diejenigen individuell gestaltbaren Tätigkeiten so zusammenzustellen, dass sie möglichst ausgewogen diese vier Kernmodule abdecken, um eine ausgewogene persönliche Entwicklung zu erreichen.

Das Körper-Modul soll die Tätigkeiten beinhalten, die deinem Körper gut tun und diesen weiterentwickeln. Wie du in meinem Beispiel siehst, liegt ein großer Fokus bei mir derzeit auf meiner körperlichen Entwicklung, weshalb ich plane, viermal in der Woche Krafttraining und fünfmal in der Woche Stabilitätsübungen zu machen. Natürlich können auch das Ziel einer gesunden Ernährungsweise und jeder andere Sport, wie etwa Yoga, in das Körper-Modul integriert werden.

Das Schatten-Modul ist der wahrscheinlich am wenigsten geläufige Teil dieses Werkzeugs. Es beinhaltet Tätigkeiten und Übungen, um sich wieder seiner Antriebe, Gefühle, Bedürfnisse und Potenziale bewusst zu werden, die man möglicherweise schon seit Jahren unterdrückt, mit dem Ziel, die psychische Stabilität zu festigen und unentdeckte Potenziale zur Entfaltung zu bringen. Das alles ist ein sehr großes Thema, welches wir auf unserem Blog auf jeden Fall noch thematisieren werden, unter anderem dann auch den in meinem Planer aufgelisteten „3-2-1-Schattenprozess”. Hier sind noch ein paar weitere mögliche Übungen, die für die Schattenarbeit nützlich sind, die du vielleicht jetzt schon integrieren kannst:

  • Traumarbeit / Traumdeutung
  • Arbeit mit dem „Inneren Kind“
  • Tagebuch schreiben
  • Psychotherapie
  • Entfaltung durch Kunst und Musik

Das Verstand-Modul ist deiner kognitiven und beruflichen Weiterentwicklung gewidmet. Hierzu können beispielsweise die Aneignung von Wissen über Bücher, Video- oder Audiokurse, das Schreiben, die Realisierung eines Projekts und den Erwerb eines Abschlusses zählen.

Das Geist-Modul beinhaltet spirituelle Übungen, die das Ziel verfolgen, den eigenen Geist zu erweitern, um liebevoller, zufriedener und offener der Welt gegenüber zu werden. Hier können Praktiken wie Meditation, Gebete, Gottesdienste oder auch spirituelle Übungen wie Yoga und Qi-Gong integriert werden.

In die ergänzenden Module schreibst du alle Tätigkeiten auf, die in keines der anderen Module hineinpasst, die du aber dennoch protokollieren möchtest. In meinem Beispiel will ich ein paar Tätigkeiten für „Die Glückspiraten” (ein mittlerweile stillgelegtes Website-Projekt) regelmäßig erledigen und täglich etwas in mein Erfolgstagebuch schreiben.

So kommst du zu deinem perfekten Plan

Natürlich ist mein oben dargestellter Plan nur ein Beispiel und du sollst ihn nicht genauso übernehmen (darfst du aber natürlich dennoch, wenn er zufällig auch zu dir passt). Deswegen hier ein paar Grundregeln, die meine bisherige Erfahrung mit diesem Planer widerspiegeln:

  • Ein einmal erstellter Plan ist nicht in Stein gemeißelt. Er kann sich durchaus einige Zeit lang jede Woche ändern, bis du die für dich ausgewogene Mischung an Praktiken gefunden hast.
  • Nehme dir nicht zu viel auf einmal vor. Die Praxis mit einem solchen Planer soll dich dabei unterstützen, dein Leben mit mehr Fülle genießen zu können, es aber nicht stressiger machen.
  • Plane für jedes der vier Kernmodule mindestens eine Tätigkeit ein, um ganzheitlich zu wachsen.
  • Du kannst auch regelmäßig die Häufigkeit der einzelnen Übungen pro Woche variieren. Hier gilt es, zu experimentieren, wie viel von welcher Übung dir gut tut.

Nachdem du deinen ersten Plan erstellt hast, stelle ich dir nun das Wochenprotokoll vor.

Das Wochenprotokoll

Das dazugehörige Wochenprotokoll unterstützt dich dabei, nachzuvollziehen, wie gut du deine Vorhaben im Alltag umsetzen konntest. Und glaube mir, es wird viele Wochen geben, in denen du viele deiner Ziele nicht erreicht hast. Und das ist überhaupt nicht schlimm, denn du befindest dich anfangs noch in einer Phase, in der du den Plan mit deinem Alltag „synchronisieren” und nachjustieren musst.

Folgendes Bild zeigt mein Wochenprotokoll für den oben abgebildeten Plan für die Woche vom 12.12.2016 bis 18.12.2016.

Das ILP-Wochenprotokoll

Ich drucke dieses Blatt jede Woche aus und schreibe die Kreuze, die Zahlen in der Spalte „Insg.” und die Anmerkungen mit der Hand. Diese habe ich hier digitalisiert, damit du es besser lesen kannst.

Das Wochenprotokoll lasse ich die ganze Woche über auf meinem Schreibtisch liegen. Du kannst es aber auch irgendwo aufhängen, wo du es häufiger siehst. Am Ende jedes Tages reflektierst du dann kurz, welche deiner vorgenommenen Praktiken du heute geschafft hast und machst ein Kreuz hierfür in die entsprechende Zelle. Zwischendurch kannst du dir einige Anmerkungen zu deiner Praxis oder andere Ideen in den Kasten ganz unten aufschreiben.

Am Sonntagabend trägst du dann in jede Zeile die Gesamtanzahl der Kreuze ein und vergleichst diese Zahl mit der Anzahl, die du dir im Planer zum Ziel gesetzt hast. Wenn du merkst, dass es über einen längeren Zeitraum große Abweichungen vom Ziel gibt, kannst du deinen Planer entweder entsprechend anpassen oder dir überlegen, wie du in der nächsten Woche dein Ziel erreichst.

Dieser Prozess trainiert deine Selbstreflexion enorm und sorgt so dafür, dass du dich immer besser einschätzen kannst.

Ich hoffe, dass diese Art, deine persönliche Entwicklung zu planen und zu protokollieren, dich ebenso sehr motiviert wie mich. Hast du schon Erfahrungen mit diesem oder einem ähnlichen Werkzeug gemacht? Ich freue mich hierzu über jeden Kommentar.

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