Wärme im Herzen

Wärme im Herzen
Bildquelle: Henrike Schwarz

Am Wochenende habe ich einen schönen Impuls erhalten. Ich war auf einem Seminar für meine laufende Ausbildung zum Systemischen Coach. Dort habe ich mich zur Demonstration vor der Gruppe von unserem Ausbildungsleiter coachen lassen. Es ging darum, eine körperlich ausgedrückte Antwort aus meinem Unterbewusstsein auf eine Fragestellung zu erhalten.

Ich erfühlte also mein Unterbewusstes, spürte tief in meinen Körper hinein. Dann stand ich mit geschlossenen Augen auf und erhielt sofort mit einem Lächeln im Gesicht meine Antwort:

Wärme im Herzen.

„Wow“, dachte ich. „So etwas kommt also aus meinem Unbewussten. Und… nun?“

Nun sitze ich ein paar Tage später an diesem Artikel und versuche zu beschreiben, was diese Antwort im Nachklang mit mir macht.

Eine Sache, die uns in der Coaching-Ausbildung schon häufiger mitgeteilt wurde, ist:

„Emotionale Themen lassen sich nicht mit kognitiven Prozessen lösen. Man muss mit Emotionalität an sie herangehen.“

Dieser Satz – Wärme im Herzen – gab mir deutlich zu erkennen, dass ich wieder weniger auf meinen Kopf und viel mehr auf mein Herz hören sollte. Und sofort fiel mir beim Durchforsten meiner Zitate-Sammlung das folgende Zitat vom Schriftsteller Johann Paul Friedrich Richter ins Auge:

„Man hört immer wieder von Leuten, die vor lauter Liebe den Verstand verloren haben. Aber es gibt auch viele, die vor lauter Verstand die Liebe verloren haben.“

Wärme im Herzen, nicht im Kopf.

Ja, ich war in den letzten Wochen sehr im Kopf. Es gab viele Dinge zu erledigen und mein Kopf war mir dabei ein nützliches Werkzeug, keine Frage. Aber ich habe dabei ein wenig den Kontakt zu meinem Herzen verloren. Schließlich musste ich punktgenau funktionieren, alles musste perfekt getimed sein. Ich musste zur Stelle sein, wenn es darauf ankam. Auf das Ergebnis bin ich jetzt stolz.

Aber ich litt doch auch ein wenig unter dem ganzen Stress. Die Zeit verging wie im Fluge und wenn ich abends ein bisschen Zeit für mich hatte, wusste ich nicht so recht, was ich den ganzen Tag lang eigentlich so erlebt habe. Ich fühlte mich nicht sehr ausgeglichen.

Am Wochenende wurde mir wieder klar: Ich sollte meinen Schwerpunkt wieder mehr von oben – dem Kopf – in Richtung Körpermitte verlagern.

Ich werde wieder mehr auf meinen Wegweiser, auf mein Herz hören.

Ich lausche wieder darauf, was mir eine wohlige Wärme im Herzen bereitet. Für mich heißt das:

  • Wieder mehr aufstehen, rausgehen in die Natur.
  • Wieder mehr den Menschen aufrichtig zuhören in einem Gespräch.
  • Wieder mehr Pausen einlegen, in denen ich einfach nur meinen Blick schweifen lasse.
  • Wieder mehr auf meine Umgebung im Alltag achten. Am Ende des Tages will ich meinen Tag mit Worten wie aus einem kunstvoll geschrieben Roman beschreiben können, mit viel Liebe zum Detail.
  • Wieder mehr Zeit für mich und meinen Körper haben.
  • Mich gesund ernähren.
  • Die Sonne genießen, die sich hier und da wieder zu zeigen beginnt.
  • Mich kreativ aus dem Herzen heraus ausleben. Zum Beispiel mit Texten wie diesen hier.

Ich werde so oft es geht darauf achten, dass ich bei meinen Alltagsaktivitäten eine wohlige Wärme in meinem Herzen verspüre.

Ich hoffe, dass genau jetzt diese Wärme ansteckend genug geworden ist, dass sie bis zu deinem Herzen reicht, lieber Leser.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.