Persönliche Integrität – Wie du wirklich authentisch wirst

Persönliche Integrität - Wie du wirklich authentisch wirst
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Du machst schon sehr große Fortschritte in deiner persönlichen Entwicklung, bist aber trotzdem nicht immer komplett im Reinen mit dir selbst? Also ich habe solche Phasen ziemlich oft durchgemacht.

Es klingt ein bisschen paradox: Du tust viel dafür, zu der besten Version deiner selbst zu werden, um glücklicher zu werden, und bist trotzdem häufig nicht zufrieden mit dir.

Wenn du viel an dir und deinem Glück arbeitest, ist es ganz normal, dass du ein paar deiner vielfältigen Facetten deiner Persönlichkeit zum ersten Mal ganz bewusst wahrnimmst. Und es ist auch völlig in Ordnung, wenn du diese verändern möchtest, um zu der Person zu werden, die du wirklich sein willst.

Allerdings musst du diese Veränderung aus tiefstem Herzen und aus dir selbst heraus wirklich wollen.

Es ist nicht immer einfach, zu erkennen, ob du dich gerade aus freien Stücken verändern willst, oder weil du damit einer anderen Person oder der Gesellschaft gefallen möchtest.

Ist letzteres der Fall, kann es sehr gut sein, dass du auf eine Veränderung hinarbeitest, die nicht deinem Naturell entspricht.

Dann besteht die Gefahr, dass du nicht mit dir im Reinen bist. Oder anders ausgedrückt: Du bist nicht in deiner persönlichen Integrität.

Was bedeutet Integrität?

Nathaniel Branden beschreibt in seinem Buch „Die 6 Säulen des Selbstwertgefühls“ diesen Begriff sehr präzise.

„Integrität heißt Übereinstimmung. Worte und Verhalten stimmen überein.“

Wenn jemand beispielsweise immer wieder betont, wie wichtig ihm die nachhaltige Nutzung der Ressourcen unseres Planeten ist, er aber alles Obst und Gemüse vom Supermarkt einzeln in Plastiktüten verpackt, ist er nicht integer.

Noch ein Beispiel: Ein Mann sagt zu einer Frau, dass er Pferde sehr mag, obwohl diese ihm eigentlich ziemlich egal sind. Er möchte ihr mit dieser Aussage nur gefallen und ist deswegen nicht integer.

Kennst du den Zustand, mit einer Person einfach nicht „auf einer Wellenlänge“ zu sein? Wo die Kommunikation einfach hakt und sich irgendwie steif anfühlt?

Dies kann einen der folgenden beiden Gründe haben:

  1. Ihr habt grundsätzlich komplett verschiedene Ansichten und passt einfach nicht zusammen.
  2. Du bist nicht in deiner persönlichen Integrität.

Da das Verhalten anderer Menschen oft der beste Indikator dafür ist, wie es in dir selbst aussieht (Stichwort: Sie spiegeln dich), lohnt es sich, hier einmal genauer hinzufühlen.

Wie gut kannst du diesen seltsamen „Vibe“ aushalten? Hast du das Gefühl, ihn durch deine Nicht-Integrität verursacht zu haben und sehnst dich tief in dir danach, einfach anders zu handeln oder zu reden?

Kommt es dir so vor, als müsstest du dich über einen längeren Zeitraum verstellen?

Dann kann es sein, dass du gerade nicht integer, also nicht mit dir im Reinen, bist.

Das Ritual zu mehr persönlicher Integrität

Es gibt ein Ritual, was man sehr häufig von erfolgreichen Menschen empfohlen bekommt:

Mache dir immer wieder klar, welche Werte und Überzeugungen du hast!

Lebe also nicht einfach „irgendwie“, sondern nach deinen eigenen inneren Ideen.

Es kann sein, dass du glaubst, deine Werte und Überzeugungen zu kennen. Bist du dir aber tatsächlich bewusst, dass du deine aktuellen Werte und Überzeugungen lebst?

Diese beiden Dinge verändern sich nämlich im Laufe deines Lebens immer mal wieder. Und genau deshalb macht es Sinn, dass du ein Ritual einführst, mit denen du sie dir immer wieder bewusst machen kannst.

Meine konkrete Empfehlung für dieses Ritual lautet: Nimm dir alle 3-6 Monate genügend Zeit, um deine innersten Werte und Überzeugungen niederzuschreiben.

Das Schreiben ist nämlich eine sehr gute Methode, um Dinge ins Bewusstsein zu holen. Der Grund hierfür ist, dass du dir viel mehr Gedanken über ausgeschriebene Sätze machen musst, als wenn du einfach nur etwas in Gedanken überschlägst.

Für diese konkrete Schreibübung bitte ich dich, dass du dir 30 bis 60 Minuten Zeit nimmst, um dich selbst möglichst genau in Bezug auf die folgenden beiden Fragen zu beschreiben:

  1. Welche Werte sind mir gerade am Wichtigsten? Die Möglichkeiten für Werte sind sehr vielseitig. Einige Beispiele sind Liebe, Vertrauen, Sicherheit, Freiheit, Abenteuer, Ehrlichkeit, Nachhaltigkeit, Spaß, Leistung und Gesundheit. Versuche auch, sie in eine Reihenfolge zu bringen, beginnend mit deinen wichtigsten Werten.
  2. Welche Überzeugungen habe ich gerade? Was findest du im Leben aus moralischer Sicht angemessen und was nicht? Findest du, dass jeder das Recht auf ein erfülltes Leben haben sollte oder dass man mit einem sportlichen Körper ein glücklicheres Leben führt? Glaubst du an eine höhere Macht im Leben? Ist dir der Tierschutz besonders wichtig?

Schaue dir das Geschriebene noch zwei weitere Male im Abstand von jeweils zwei Tagen an und ergänze oder korrigiere es, wenn dir noch etwas einfällt.

Und dann vergleiche das Geschriebene in den nächsten Tagen mit deinem tatsächlichen Verhalten im Alltag. Wenn du magst, frage andere Personen, wie sie dich wahrnehmen und welche typischen Verhaltensmuster sie in dir erkennen.

Kannst du große Unterschiede erkennen zwischen dem, was du geschrieben hast und dem, wie du handelst?

Wenn ja, dann hast du sehr wahrscheinlich den Grund dafür entdeckt, warum du in gewissen Situationen nicht mit dir im Reinen bist.

Notiere dir dieses Ritual so in deinen Kalender, dass du dich alle 3 bis 6 Monate daran erinnerst, weil sich Werte und Überzeugungen, wie schon oben beschrieben, immer wieder ändern können.

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